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Klubreise Slowenien - Teil 6

Donnerstag, 27.7.2017, OOCUP 4. Etappe

Das Wichtige zuerst: Markus und Irene Müller gewinnen. Anina auf dem Bronzeplatz und alle Bussolaner sind gesund zurück.

Anfahrt und Carparking funktionierte hervorragend. Eigentlich logisch, war es doch derselbe Ort wie die letzten zwei Tage. Für das Startgeld wurde etwas geboten. Bustransport zum Start und vom Ziel zurück in die Festbeiz. Dazwischen war noch ein kleiner OL zu absolvieren. Für hiesige Verhältnisse wenige Steine, war in der Ausschreibung zu lesen. Entweder war der Verfasser der Weisung in einem anderen Wald oder ich hatte auf meiner Idealroute zufäligerweise alle Steine. Aber der Reihe nach.

Die vierte Etappe wird die Vorentscheidung bringen. Dies war soweit klar. Aber was tun, wenn die Konkurrenz besser ist. Als erste Massnahme wurde das Menü 2 (Spaghetti) am Mittwochabend bestellt. Weiter wurde am Vorabend ein neues sauberes OL-Dress bereitgelegt, die Startnummer gereinigt und die Ecken windschlüpfrig umgelegt. Die OL-Schuhe konnte ich vor die Zimmertür stellen und das Hotelpersonal reinigte sie. Auch mein Kompass wurde nochmals auf die slowenischen Grade eingestellt.

Die Nervosität war die ganze Nacht spürbar. Mit wenig Schlaf ging es ans Morgenbuffet. Kaffee, Rühreier, Zopf mit Butter und Konfitüre, Lachs und Müsli sollten für den ganzen Tag reichen. Kurzfristig wurde am Morgen noch das Schuhwerk gewechselt: von den harten Reifen auf die Softreifen. Dies sollte noch etwas mehr Bodenhaftung geben.

Bei der Wettkampfauswertung durfte ich mit Stolz feststellen, dass ich auf dem Weg zum Start keine Zeit verloren hatte. Schon am Vorstart brauchte es Nerven aus Stahl. In sehr regelmässigen Abständen wurde die Konzentration durch ein piep, piep … gestört. Aber auf diese Situation hatte mich meine Trainerin vorbereitet. Schade legten die Startverantwortlichen gerade eine Pause ein und ich musste heute die Karte selber aus der Kiste am Boden nehmen.

Nach dem Start ging es den Hügel hinauf. Nicht gerade ein Motivationsschub. Und als ich das piep, piep …. immer wieder hörte, war klar, meine Fortbewegung konnte nicht schnell sein. Beim Posten 3 waren die Höhemeter überwunden und der OL konnte beginnen, aber leider war auch meine Energie weg. Mit Vorsicht bewältigte ich das Querlaufen (Betonung auf Laufen). Es hatte viele OL-Läufer im Wald und es war eine Freude zu sehen, wie flink sie sich bewegten. Es herrschte irgendwie eine angespannte Atmosphäre im Wald. Immer wieder OL-Läufer, welche hektisch nach Posten suchten, und bei Posten 11 war ich plötzlich ganz allein.

Es wurde sehr ruhig im Wald. Keine Äste, die knackten, keine Bewegungen, einfach RUHE. Wieso? Vorsichtig hielt ich Ausschau nach dem Bären, der in diesem Waldteil zu Hause ist. Zum Glück habe ich ihn nicht angetroffen. Vermutlich habe ich ihn vertrieben und so zottelte ich halt weiter. Dabei freute ich mich auf Posten 13. In diesem Teil des Waldes waren wir schon gestern und dort hatte es einen Verpflegungsposten. Gross war die Enttäuschung, als ich kein Verpflegungsangebot vorfand, hatte ich doch extra Geld mitgenommen.

Ich war für meine Verhältnisse gut unterwegs, wurde aber etwas nervös. Reicht es, um erstmals unter einer Stunde das Ziel zu erreichen? Zum letzten Posten wählte ich die Umlaufroute über den Weg und die Schuhwahl zahlte sich aus. Eindeutig bessere Haftung und mehr Speed als an den Vortagen. Vor dem Zieleinlauf nochmals das Dress zurechtgerückt, man sollte den Sponsor dieser Reise (bussola ok) auch gut erkennen können. Die Presse hatte sich aber für wichtigere Teilnehmer interessiert. Mein Ziel habe ich leider nicht ganz erreicht, denn die Konkurrenz hatte noch schnellere Reifen montiert. Das Gelände war aber fantastisch. Der Bahnleger forderte alles von uns.

Wie oben erwähnt, forderte der Bahnleger alles. Das Gelände war ruppig und damit alle wichtigen Details auf der Karte abgebildet werden konnten, wurde der Massstab 1:7500 gewählt. Also eine echte Herausforderung. Für Irène E. und Michi war dies aber nicht genug. Sie bewältigen die Strecken mit reduzierter Karte, d.h. ohne Wege. Wirklich eine Superleistung. Ich wäre immer noch unterwegs.

Das Nachmittagsprogramm wurde sehr verschieden gestaltet. Einige blieben im Wettkampfzentrum beim See oder im Restaurant, andere besuchten die Stadt Ljubljana bzw. die Burg mit der schönen Aussicht und den Museen. Die Burg kann man bequem mit der Bahn erreichen oder zu Fuss erklimmen. Die Altstadt lädt zum Bummeln ein und man kann sich gemütlich in einer der vielen Bars verweilen.

Einzig die Gruppe Ü65 wollte nicht mitteilen, wie sie den Nachmittag verbracht hatte. Vermutlich war das Quartett im Casino und hatte dort ihr Glück versucht. Es ist auch die Gruppe, welche in der Beiz um die Ecke einen Stammplatz hat und die Bedienung nicht mehr fragen muss, was sie trinken will. Hier machen schon Gerüchte die Runde.

Michi aber ist ein ganz harter Kerl. Nach dem OL hatte er noch nicht genug, machte er doch eine Velotour von über 2 Stunden.

Nun gilt es, sich auf die letzte Etappe zu konzentrieren. Diese wird nochmals spannend.

 

Text: Mägi und Raphael Meier

 

 

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