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Selektion Weltcup!

Mein diesjähriger Sommer war (wie so oft) geprägt von vielen Reisen. Bereits anfangs Juli verbrachte ich eine wunderschöne Trainingswoche im norwegischen Larvik. Da es sich um ein Stützpunkttrainingslager handelte und die besten OL-Läufer an der WM um Medaillen kämpften, waren wir nur eine sehr kleine Gruppe von Athleten.

Die ersten Tage nutzten wir, um uns mit dem teils ruppigen, grünen und felsigen Gelände vertraut zu machen. Ich war  das erste Mal in Norwegen und wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die Wälder etwas schöner vorgestellt. Doch technisch konnte man allemal viel profitieren und da wir eine Woche lang Sonnenschein hatten, war unsere Laune bestens. Gegen Ende der Woche stellten wir dann unser Können unter Beweis und nahmen am viertägigen Sörlandsgaloppen teil. Gestartet wurde mit einem Sprint im Wald. Für uns Schweizer eher untypisch und so erwischte ich zum 1. Posten prompt eine falsche Route. Immerhin weiss ich nun, dass im Norden die Häuser direkt am Wald stehen und es keinen Waldrand gibt, an dem man entlangrennen könnte. Die Waldetappen gelangen mir dann besser, obwohl ich immer mal wieder einen Fehler beging. Die Kartenmassstäbe der Wettkämpfe waren zuerst etwas gewöhnungsbedürftig (1:7'500 für die Lang- und 1:5'000 für die Mitteldistanzen), doch wegen der schlechten Belaufbarkeit spielte dies am Ende keine grosse Rolle mehr.

Anina Fun 1

 

Anina Fun 2

 

Anina Sprintwald

Zwei Tage später reiste ich bereits weiter nach Gravedona, Italien. Seit über 20 Jahren verbringe ich praktisch jeden Sommer im Ferienhaus unserer Grossmutter in einem grossen Park direkt am See. Die Gegend rund um den Comersee eignet sich besonders gut für BBA-Longjoggs (BBA = before breakfast activity) sowie wunderschöne Wanderungen und Biketouren. Bereits zum zweiten Mal erklommen Rahela, Papi und ich den Monte Legnone (2604 m), diesmal jedoch weitgehend rennend. Erst am Schluss mussten wir das Tempo reduzieren und die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel den Seilen nach klettern. Ein weiteres Highlight war der Ausflug auf den Joriopass. Während Rahela die über 2’000 Höhenmeter mit dem Bike bewältigte, rannte ich von etwas weiter oben auf die Passhöhe.

 Anina Fun 3

 

Anina View

 

Müde und mit vielen Höhenmetern in den Beinen, reisten wir schliesslich nach Slowenien. Die Klubreise an den OOCup war ein tolles Erlebnis, bei dem alle auf ihre Kosten kamen. Schon bald aber standen für Rahela, Luca und mich die Testläufe für das Euromeeting und den Weltcup an. Dazu wurden ein Sprint in Sursee sowie eine Mitteldistanz im Bireggwald (nähe Luzern) ausgetragen. Ich wusste, dass mir einerseits diese beiden Disziplinen, andererseits aber auch die beiden Gelände entgegenkamen. Ich fühlte mich gut, hatte mich seriös  vorbereitet, indem ich mich intensiv mit alten Wettkampfkarten auseinandergesetzt, mögliche Bahnen gelegt und die Schwierigkeiten des Geländes analysiert hatte. So wusste ich genau, was mich erwartete und konnte beruhigt an den Start gehen. Ein Missgeschick passierte dann allerdings drei Tage vor dem ersten Testlauf. Ein Wespenstich liess meinen Fuss dermassen anschwellen, dass zwei Tage lang kein Training möglich war. Noch am Tag vor dem Wettkampf fühlte sich der Fuss prall an und ich war mir nicht sicher, ob ein Start überhaupt möglich war. Zum Glück klang die Schwellung schliesslich gerade noch rechtzeitig ab und so passte mein Fuss wieder in den Laufschuh.

Der Sprint verlief fast wie gewünscht. Ich hatte stets alles unter Kontrolle, wählte aber besonders im Anfangsteil nicht immer die schnellsten Routen. Ab der Mitte konnte ich dann aber nochmals aufdrehen und mich von dem engen Feld etwas distanzieren. Gegen Schluss unterlief mir dann noch ein Fehler, der mich einige wertvolle Sekunden kostete. Das Resultat war aber dennoch erfreulich, klassierte ich mich doch auf dem 6. Rang und vor allen anderen B-Kaderläuferinnen.

Anina Sprint

 

Im Middle durfte ich das Rennen der Frauen eröffnen. Ich stellte mich auf einen grünen Mittellandwald ein und wählte deshalb sichere Routen mit einem klaren Attackpoint. Dies zahlte sich aus. Ich konnte von Anfang an mit den A-Kaderläuferinnen mithalten und lief technisch ein beinahe fehlerfreies Rennen. Obwohl sich meine Beine überhaupt nicht gut anfühlten und jede Steigung eine Qual war, versuchte ich mich auf das Technische zu konzentrieren und Posten um Posten sauber anzulaufen. Als ich als erste Läuferin ins Ziel kam, war ich überrascht und realisierte, dass mein Lauf wohl eher gut gewesen sein musste, denn Sabe, die drei Minuten hinter mir gestartet war, hatte es nicht geschafft, mich einzuholen (und dies bei einer Laufzeit von beinahe 39 Minuten). Nach dem Auslaufen war es definitiv: Ich war hinter Sabe und inmitten der A-Kaderläuferinnen auf dem zweiten Platz klassiert! Ein solch gutes Resultat hatte ich wohl letztmals bei einem Selektionslauf bei den D18 erreicht. Überglücklich und eher gelassen wartete ich die Selektionen ab, denn mit diesen beiden Ergebnissen war eine Selektion für den Weltcup naheliegend.

 

 Anina Rangliste

Bereits zum zweiten Mal habe ich nun die Chance, an einem Weltcup mein Können unter Beweis zu stellen. Das lettische Gelände ist mir bekannt, da letztes Jahr in dieser Gegend das Euromeeting stattgefunden hat. Ich freue mich auf drei spannende Wettkämpfe und eine weitere lehrreiche Trainingswoche in den Wäldern, wo nächstes Jahr die Weltmeisterschaften stattfinden werden.

 

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