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Reise mit der Royal Clipper in der Karibik und Aufenthalt in Jamaika

Vom 23. November bis 09. Dezember 2018 kreuzte Ulu mit einer Gruppe OL-Läufern im Rahmen der Park World Tour (PWT) auf dem Segelschiff „Royal Clipper“ durch die Karibik. Genau die richtige Lektüre um an einem kalten Winterabend gedanklich einen Moment an die Wärme zu entfliehen…

Edith Schaffert berichtet:

Eine Gruppe von 14 OL-Läuferinnen und Läufer treffen sich in Frankfurt zum Abflug nach Panama. Die einen erlebten mit einem Aufpreis von CHF 200.00 Premium-Economy-Klasse nicht ganz Business aber besser als Holzklasse.

Nach einer langwierigen Einreise bringen uns die Busse ins Hotel Rui Plaza in Panama. Dort treffen wir auf die übrigen PWT-Reisenden, die mit uns die grossartige Segelreise gespickt mit OL in der Karibik unternehmen.

Der Tag danach beginnt mit einem Park-OL und dies um 06:30 Uhr, das heisst vor dem Frühstück. Der Wettkampf im Omar Park auf einer 1:5000 Karte wird von der Organisation als die beste Karte bezeichnet, womit sie recht hatten.

Es bleibt noch Zeit Panama und Umgebung anzuschauen. Da unsere Reisegruppe 240 Teilnehmer zählt, ist eine Stadtrundfahrt in der Altstadt unmöglich. Die Zeit schlagen wir uns am Flamengo Port, wo wir einschiffen, um die Ohren und bewundern die vielen Jachten.

Die Tender bringen uns und das Gepäck auf das Segelschiff. Die Kabinen sind schnell verteilt und der Apéro wird angeboten. Nicht nur wir sind begeistert, am Panama Kanal werden wir von vielen Leuten winkend begrüsst.

Der Royal Clipper mit seinem 137 Metern Länge zeigt wie gross unser zu Hause für die nächsten 10 Tage ist. Auch die Kabinen sind angenehm in der Grösse und Ausstattung. Bald ist es Zeit für das Nachtessen: Mit gluschtigen Speisen verwöhnt uns die Küche, auch die Weinkarte ist mit guten Angeboten vorhanden. Toll, dass am Abend immer zwei Tische für uns reserviert sind. Am Abend werden die Segel gehisst und am nächsten Morgen fahren wir durch den Panama Kanal auf die Atlantikseite.

Auf dieser Reise sind 10 OL auf dem Programm und nach einer ruhigen Nacht auf dem Schiff ist auch schon die Startliste für ein weiteres Abenteuer aufgehängt.

An der Starfish Beach, welche immer noch zu Panama gehört, erwarten uns Fotoobjekte auf der OL-Karte und OL-Posten entlang dem Strand; eine weitere Herausforderung (aber immer mit Sportident). Mit frischen Fruchtsäften, Fisch und Bananentätschli stillen wir Durst und Hunger. Auch ein feiner Rum darf zum Desinfizieren nicht fehlen. Die Sonne brennt und mancher holt sich den ersten Sonnenbrand. Am Abend fahren wir weiter Richtung Nicaragua. Die Nacht mit einer unruhigen See und am Morgen kommt der grosse Regen. Wir fragen uns, ist das nun immer so?

Der Labyrinth-OL fällt zuerst wegen unruhiger See - die Leute konnten nicht in die Tenderboote einsteigen - ins Wasser, wird dann am Nachmittag doch noch durchgeführt. Das geplante Beach-Barbecue wird auf dem Schiff serviert. Einige verzichten bei Regen und Sturm auf den OL, was uns prompt von Ulu keine Lorbeeren einbringt. Bei Dunkelheit erreichen die letzten Passagiere das Schiff, mit einer Taxirundfahrt erkundigten sie die Insel rundum. Nach dem Nachtessen ist das Wetter immer noch nicht Karibik like. In der Nacht unruhige See, was jedoch nicht Allen den Schlaf raubte.

Der 28.11. ist ein Seetag und der Staffel Schiffswettkampf steht an. Die Schweizer mit Team 1 und 2 wie soll es anders sein. Da Ernst nicht einsetzbar ist (leichtes Fieber), opfert sich Peter dafür nochmals anzutraben. Ulu hat die Teams zusammengestellt und das Team 2 mit Ulu gewinnt.

Auf dem Sonnendeck sind die Liegestühle besetzt und die Nordländer werden nicht nur braun. In der Nacht auf dem Weg nach Honduras ist das Meer recht unruhig (für mich kein Problem). Wir legen gegen Mittag auf der Insel Roatan an. Von Seekrankheit keine Spur, und wir geniessen das Frühstück bevor der OL bei 32 Grad auf uns wartet. Die Startliste ist Nebensache, wir starten immer 10 Personen miteinander, da der Start im Hafengelände ist.

Wir brauchen die Schiffskarte nach draussen und wieder zurück. Eine unbeschreibliche Hitze, viele Autos und noch mehr Müll. Ein grosser Aufsteller sind die Knaben. Sie rennen mit, ein anderer putzt einer Person, welche gestürzt ist, den Schmutz vom Shirt und zeigt Mitleid. Am zweitletzten Posten wird uns der Ast vor dem Posten freigehalten. Ich denke jedoch. dass das Volk Honduras leidet und doch ist der Früchtehändler (obwohl wir keine Früchte gekauft haben) für ein Foto bereit. Der Nachmittag verbringen wir in einem Ressort, wir fahren zu 13. !!! mit einem Auto, welches nur für acht zugelassen ist. Ulu und Peter überleben die Reise im Kofferraum. Naja, ob das der Renner ist, ist offen, 10 Dollar Taxi, 10 Dollar Eintritt und ein Bier kostet 5 Dollar. Wir verlassen am Abend Honduras und erreichen nach 10 Uhr Guatemala. Kein Tendertransport, wir legen am Hafen an. Die OL-Bahnen geben Probleme. Einige Postenstandorte wären im Militärgelände und diese konnten nicht gesetzt werden (Flexibilität ist erforderlich für die Organisation), die Bahnen verkürzen sich.

Ulu organisiert ein Nachmittagsprogramm: Büssli, Essen, Schifffahrt und eine kleine Wanderung im Regenwald, hoch zu einem Aussichtsturm mit tollem Ausblick. Mit einem kleinen Souvenir von der Reiseleiterin geht der letzte Tag im November langsam zu Ende. Zu feiern gibt es in der Schweizergruppe den Geburtstag von Margrit Wirz. Mit einem herzlichen Happy Birthday von der Schiffscrew, unterstützt durch uns, feiern wir mit ihr. Die vom Schiff gespendete Geburtstagstorte geniessen wir mit Glace. Eigentlich wäre heute Piratenabend, aber ausser dem Personal sind nur wenige Piraten mit dabei.

In der Kabine liegen das Tagesprogramm und der erste Dezembertag wird karibisch. Das externe Boot hat die grösste Mühe wegen des hohen Wellengangs Leute aufzunehmen. Geschafft, alle sind auf der kleinen Insel mit dem Namen Half Moon Caye, dieses kleine Paradies gehört zu Belize und ist ein Nationalpark. Auch sollen dort Schildkröten ihre Eier ablegen. Der OL richtig super, ein Mikropostenteil 1:2500 mit vielen Posten, kombiniert mit Postenstandorten auf der Karte 1:5000. Ein Teil der Truppe vergnügt sich mit schnorcheln. Das Bier kommt dann doch noch per Schiff.

Nach dem feinen Nachtessen erlernen wir Merengue. Der „Tanzlehrer“ bedient tagsüber die vielen Seile um die Segel zu hissen. Mehr wird er noch mit Camilla der Cruise Direktorin zeigen.

Vor uns steht der zweite Seetag. Ein Schiffs-OL mit spezieller Karte und Disziplin erwartet die LäuferInnen. Das Schiff mit den fünf Ebenen, Bug an Front oder auch gespiegelt gibt einigen Kopfzerbrechen und nur die Besten kommen in den Semi Final, der am nächsten Tag ausgetragen wird. Am Abend mixt uns der Barchef drei Cocktails zum Probieren.

Das ist unsere zweitletzte Nacht und das Meer ist ruhiger geworden. Vorher jedoch findet der Kleiderausverkauf grosses Interesse. Meine Bedenken, ich hätte zu viel für meine kurzen Hosen bezahlt, bestätigte sich nicht. Auf dem „Markt“ sind nur sogenannte „Ladenhüter“, und ich leiste mir am anderen Tag noch eine weisse kurze Hose zum Normalpreis.

Auch ein Sonnenuntergang darf nicht fehlen.

Heute Abend wird das Kapitäns-Diner zelebriert. Der Kapitän bittet die Organisatoren und den ältesten Teilnehmer mit seinen 92 Jahren an seinen Tisch. Der Kapitän erklärt in seiner Ansprache, dass diese Route noch nie vorher von einem Star Clipper Schiff gesegelt wurde. Zur Attraktion gehören heute die Darbietungen des Personals. Der Kapitän lässt ein russisches Lied erklingen. Frank Sinatra, gesungen vom Chef Bar Manorito, eine Muppet Show mit Sandy und Partner. Auch ein Zauberer fehlt nicht. Zwei Männershows zeigen ihr bestes mit toller Musik; rundum alles super Darbietungen.

Wir nähern uns dem nächsten Ziel: George Town auf den Grand Cayman (UK). Die Autos fahren links und die Stadt. Die tollen Häuser und die kleinen Kanäle erinnern an Miami. Der Tag beginnt früh, OL um 08:00 Uhr. Denn um 09:00 Uhr fahren wir per Bus und Schiff zu den Rochen relativ weit draussen im Meer. Der Guide erklärt, wie sie gestreichelt werden dürfen. Wir montieren Schnorchel und Brille, bewundern wie elegant sich die Tiere im Wasser bewegen und sie schwimmen auch um unsere Beine und lassen sich streicheln.

Das Ganze ein riesengrosses Geschäft, ein Foto kostet 40 Dollar. Einige kaufen es, andere lassen es sein.

Zurück erwartet uns ein grandioses Buffet in der Tropical Bar. Einfach super, was die Küche hervorzaubert. Wie immer stehen unsere Nordländerfreunde als Erste am Buffet. Nach dem Essen wird der Sieger des Schiff-OL‘s erkoren.

Uns erwartet das letzte Abendessen und vieles mehr. Da am nächsten Tag Jörgen Mårtensson Geburtstag hat, wird der heute gefeiert. Nun kommt der grosse Auftritt von Ulu mit einer Abschiedsrede: Ulu bedankt sich bei allen Angestellten der Crew und lobt auch die Zusammenarbeit untereinander und ist erstaunt über die Leistungsfähigkeit der Küche. Ulu du hast das super gemacht! Zuletzt kommt das ganze Personal und singt zu den Klängen „We are the World, we are the Children“ und dies zeigt den Zusammenhalt der verschiedenen Nationen. Für uns alle ein sehr emotionaler Moment.

Es wird gepackt und bis morgens um 04:00 Uhr müssen die Koffer vor der Kabine stehen. Wir werden früh am Morgen in Montego Bay Jamaika anlegen. Gegen Abend wird das Schiff wieder mit neuen Gästen beladen.

Da wir Guatemala besuchten, werden wir und unser Gepäck schärfstens von den Inspektoren unter die Lupe genommen. Das Einreiseprozedere für Jamaika dauert sicher fast 2 Stunden. Geschafft! Draussen warten Busse, die uns an einen Strand mit anliegendem Park bringen. Start zum Parkstadt OL, ein Challenge ist die Überquerung der Strassen. Ein Posten könnte anstatt Baum mit dem Standort „Güsel“ bezeichnet werden. Es ist sehr warm und eine Abkühlung im Meer perfekt.

Am frühen Nachmittag fahren wir Schweizer Richtung Negril, wo wir zwei Tage verbringen. Gespannt sind wir, was uns erwartet. Umso mehr überrascht uns die Hotelanlage, welche auf dem Felsen steht. Die Dächer mit Palmblättern bedeckt, die Aussicht einfach super und das Meer super klar, und wir geniessen das Bad im Meer.

Heute ist bereits der 5. Dezember, die Dekoration lässt uns vergessen, dass wir in der Adventszeit sind.

Am nächsten Tag in Negril: OL. Mias, Ursi und Susanne verspüren Lust bei der Hitze daran teilzunehmen. Der Rest bleibt zurück, wandert Richtung Negril auf der Strasse, der vorbeiflitzende Verkehr stört uns und ein Taxi erbarmt sich unser. Gratis in die Stadt, jedoch auf der Heimfahrt überrissener Preis, schön ist, dass wir uns von Jörgen und Jaroslav verabschieden können, sie sind am Posten einziehen.

Das Abendessen in einer lokalen Beiz ist perfekt und der nächste Tag lässt uns weiterziehen. Im Jevel Paradis Resort verbringen wir drei Nächte im all-inklusive Angebot. Es ist warm und das Meer leider nicht so klar wie am Felsenstrand. Die Gäste sitzen im Pool und trinken und trinken (Toilette wann?). Ja, da lassen wir das Baden besser sein...

Dafür wandern wir entlang der Autostrasse eher mühsam ins nächste Dorf und vor allem flitzen die Autos in hohem Tempo vorbei. Unterwegs fliege ich aus den Flip Flops, was mich zwingt neue zu kaufen und dies in den Farben von Jamaika.

Wir treffen Katrin aus der Schweiz und Dr. Alban von Jamaika. Sie bieten Adventure in die Berge an, und wir fragen uns, wie ihr Lebensstandard ist, denn ihr Büro ist der Parkplatz an der brütenden Hitze vor ein paar Läden.

Ein schöner Sonnenuntergang rundet den Tag ab. Den nächsten Morgen verbringen wir unter anderem mit Sir Hans auf dem nahe gelegenen Golfplatz. Wir erfreuen uns am prächtigen Baumbestand mit vielen Baumarten.

Am letzten Tag ist Beach Party mit Nachtessen. Die Musik laut und bald geniessen wir in der Bar einem Rum. Ulu und Jörg verköstigen sich im Japan-Restaurant, was sich jedoch eher als Flop herausstellt.

Mit dem Segelschiff sind wir total 17347 NM gefahren.

 

 

 

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